Kalarippayatt (കളരിപ്പയറ്റ്)

Auf dieser Seite und den folgenden beschreiben wir was und wie wir trainieren. Weiter unten ist ein Link zu unserem Instagram Kanal, hier sind Videos zu finden, die einen Einblick in unser Training geben. Orte, Zeiten etc finden sich in den jeweiligen Menüpunkten.

Kurz zusammengefasst üben wir eine indische Kampfkunst. Es gibt keinen Wettkampf, keine Gürtel oder Grade nur das persönliche Lernen. Wir wollen uns bewegen und Kalarippayatt nicht vergessen. Wir bemühen uns um Authentizität und sind uns bewusst, dass dies vergebens oder sinnlos ist. Kalarippayatt ist hier fremd. Das Verständnis, dass wir uns hier darüber machen, ist verschieden. Wir erkennen die Herkunft und deren kulturellen Wurzeln an. Wir wollen sie uns nicht aneignen oder daran bereichern.

Kalarippayatt, auch kurz Kalari genannt, ist eine Kampfkunst aus Südindien. Wir verstehen es als Kampf-Kunst, da wir sie trainieren als Kunst, um der Kunst willen. Zwar versuchen wir die Kunst, ihre Bedeutung und Anwendung zu verstehen, aber es geht uns nicht um Straßentauglichkeit. Da wir die Meinung vertreten, dass Anwendungen nur hypothetische Konzepte sind.
Kalari bezeichnet im Malayalam (Sprache Keralas) den Trainingsort – vgl. Dojo. Der zweite Teil des Kompositums ist vom Verb payattuka abgeleitet und heißt u.a. fechten, kämpfen üben, arbeiten.
Bei unserem Versuch ein Verständnis für Kalarippayatt zu entwickeln, denken wir in verschiedene Richtung: Was für eine Kampfanwendung könnte mit dieser Bewegungsabfolge gemeint sein? Wie ist die Wirkung auf den Körper? Was üben oder trainieren wir mit dieser Abfolge (Muskeln, passive Strukturen, Ausdauer, Nerv-Muskelzusammenspiel, …)?
Wir verstehen Kalari auch deshalb als Kampf-Kunst, weil es keinerlei sportlichen Wettkampf gibt. Nicht jeder Sport hat einen Wettkampf als Ziel, aber vielfach ist es so. Uns geht es um ein „sportliches“ Miteinander und um das gemeinsame Erleben der Herausforderung.
Ein grundlegendes Element ist, der ständige Versuch sich selbst zu verbessern, zu vervollkommnen, wie in einem künstlerischen Prozess. Dies kann jede trainierende Person für sich unterschiedlich deuten: im Sinne des Olympischen „höher, schneller, weiter“, einer flüssigeren Bewegungsabfolge, „eins-sein“ mit der Bewegung oder andere Ziele und Zwecke.